3. Woche
26.07.03 Dreizehnte Etappe Rättvik - Los
Der Tag begann vielversprechend mit 22°C und Sonne. Auch die befürchteten Berge waren nicht so hoch, wie erwartet und so genossen wir noch einmal für ca. 40km die herrliche Landschaft Dalarnas. Schon vor der Landesgrenze stießen wir auf immer mehr Nadelwälder, Felsbrocken und sandigen Boden. Dafür wurde die Straße immer flacher. Nach einer langweiligen Fahrt durch das sandige Voxnatal verdunkelte sich der Himmel hinter uns zunehmend. Kurz vor dem letzten Anstieg, 14km vor Los, entlud sich ein Wolkenbruch über uns. So erreichten wir nach 124km und 600hm total nass unsere Hütte, wo wir bei aufklarendem Himmel unser Gepäck abluden.
27.07.03 Vierzehnte Etappe Los - Åsarna
Nach der Nacht bei Gammeltomtens nieselte es zunächst und das Thermometer zeigte 18°C an, so dass wir uns etwas wärmer anzogen. Als wir aufbrachen hatte es aufgehört zu nieseln und die Sonne ließ sich zwischen den Kumulus Wolken blicken. Nach ca. 20km hatten wir den Gipfel des 510m hohen Johannesberges erklettert, wonach wir eine rasante Abfahrt genießen konnten. Die Karte versprach für den Rest des Tages eine Fahrt durch Flusstäler, entlang des Inlandsvägen, der 45, auf der wir Schweden bis zur finnischen Grenze befahren werden. Nach 133km erreichten wir das Åsarna Skicenter, in dem sich auch ein Museum befindet, das die von hier stammenden Langlaufgrößen, ihr Material und ihre Erfolge ausstellt. Trotz der 519hm kamen wir auf einen Schnitt von sensationellen 21,2km/h.
28.07.03 Fünfzehnte Etappe Åsarna - Östersund
Im strömendem Regen liefen wir ins Åsarna Skicenter, um uns am Frühstücksbuffet den Bauch voll zu schlagen. Bei Nieselregen ging es weiter nach Norden. Da es mittlerweile nur noch nieselte, verließen wir voller Vorfreude auf den Moose Garden die 45 Richtung Orrviken. Dort angekommen konnten wir unseren lange gehegten Traum vom Elche streicheln erfüllen. Die Führung begann mit vier kleinen Elchen, wovon einer an Volkers Zeigefinger saugte und kaute. Danach ging es weiter zu den ausgewachsenen Elchen, die über zwei Meter messen können. Das Fell der kleinen Elche war weich und warm, wogegen das der Großen fettig und struppig war. Nur das Fell am Geweih von Ludvig war auch noch ein wenig weich. Nach der Führung schenkte uns der Elch-Besitzer, da wir extra aus Frankfurt mit dem Fahrrad angereist waren, einen 100-Euro-Schein auf Elchmistpapier. Anschließend näherten wir uns in rasender Geschwindigkeit dem nur noch wenige Kilometer entfernten Östersund, wo wir in der Jugendherberge des Jamtli Historielandes unser Quartier bezogen. Nachdem wir die 1,4km lange Vallsundsbron überquert hatten, kamen wir auf 77km und 335hm.


29.07.03 Ruhetag Östersund
30.07.03 Sechzehnte Etappe Östersund - Strömsund
Nach einem Besuch am Geldautomat fuhren wir am Skistadion vorbei aus Östersund hinaus. Die ersten Kilometer führten uns über einige Hügel durch das landschaftlich reizvolle Jämtland. Mit der Zeit wurde es immer flacher und mit Rückenwind erreichten wir schon um 16.20 Uhr die Jugendherberge in Tullingsås. Nach 98km und 602hm haben wir uns das auch verdient.
31.07.03 Strömsund - Vilhelmina
Nach einer unruhigen Nacht auf einem alten, quietschenden Krankenhausbett und einer verschnupften Nase, brachen wir schon um kurz nach neun auf. Als wir uns in Strömsund mit Saft versorgen wollten, fiel im Supermarkt plötzlich der Strom aus und nur noch die Notbeleuchtung ging. Weiter ging es Richtung Hoting. Zwischendurch hielten wir noch einmal an, um uns einzucremen, da die Sonne brannte. Doch wenig später mussten wir schon unsere Regensachen auspacken und ein Unwetter brach über uns herein. Deshalb stellten wir uns unter der einzigen Brücke, die wir seit Tagen gesehen hatten, unter. Als die Sturmböen etwas nachließen und die Blitze aufhörten, kämpften wir uns weiter bis zum ICA nach Dorotea. Nachdem wir beschlossen hatten weiterzufahren, hörte auch der Regen auf und so konnten wir die letzten 40 von 133km im Trockenen fahren, dabei wurden wir von einem Gimmler-Bus überholt, der in Vilhelmina im selben Hotel Station machte und auch auf dem Weg zum Nordkap war. Im Gästebuch der Kirche fanden wir dann einen Eintrag des Schottener RT-Fahrers Willi Wild. Trotz des ständigen Feueralarms konnten wir irgendwann nach 589hm unsere Pizza genießen.

01.08.03 Achtzehnte Etappe Vilhelmina - Blattniksele
Nachdem wir mit unseren prall gefüllten
Bäuchen den ersten Anstieg hinter uns gebracht hatten und die tolle Abfahrt
genossen, mussten wir plötzlich anhalten, weil vor uns auf der Straße
zwei Rentiere spazieren gingen. Nachdem wir sie fotografiert hatten, verschwanden
sie wieder ins Gebüsch. Bei brennender Sonne und Rückenwind fuhren
wir durch einen landschaftlich schönen Teil Südlapplands. Als wir
in Storuman am Supermarkt Pause machten und Volker Saft kaufen ging, entdeckte
er nachdem wir fast 20 Tage in Schweden unterwegs waren und uns bereits in Lappland
befanden, die ersten Müsliriegel. Davon legten wir uns gleich einen kleinen
Vorrat an. Die letzten 50km legten wir im Eiltempo zurück und schraubten
den Schnitt auf 22,3km/h. Nach 118km und 591km erreichten wir Blattniksele.
Auf dem Campingplatz gab es leider kein heißes Wasser, dafür aber
viele polnische Angler mit ihren Zelten.