2. Woche

19.07.03 Siebte Etappe Hässleholm - Ljungby

Als um 7 Uhr der Wecker klingelte, schien die Sonne schon hell in unser Jugendherbergs-zimmer, das voll von Wäsche belagert war, die zum Glück über Nacht trocken geworden war. So starteten wir mit einem von kleinen Schäfchenwolken bedeckten Himmel zu einer unserer kürzeren Etappen. Mit der Sonne und dem Wind im Rücken fuhren wir auf der 117 nach Norden. Ab Markaryd radelten wir auf einer wenig befahrenen Straße das Lagantal entlang. Kurz hinter Bäckaryd sahen wir plötzlich zu unserer Rechten an einem Hang lauter kleine, mit Gras bewachsene Erdhügel, die wir später als Hügelgräber identifizierten. Kurze Zeit später erreichten wir Ljungby und bekamen glücklicherweise noch eine Hütte vor der wir auch unser Zelt zum trocknen aufbauen konnten. Nach 92km und 263hm ließen wir uns die Würstchen vom Einweggrill und den Potatissalad schmecken.

LagantalHügelgräber


20.07.03 Achte Etappe Ljungby - Jönköping

Auch die heutige Etappe führte uns wieder entlang des Lagan, wo erneut Gräberfelder auftauchten. Die abgelegene Straße führte bis Värnamo vorbei an Seen, malerischen Häusern und Holzkirchen. Danach umringten uns schier endlose Moorwälder, in denen nur selten Häuser zu sehen waren. Vor und hinter Vaggaryd befuhren wir wahrhafte Luxus-Radwege, die abseits der ohnehin wenig befahrenen Straßen lagen. An diesem Tag liefen uns neben zwei Rehen auch hunderte kleine Frösche über den Weg. Nach einer steilen Abfahrt nach Jönköping folgte noch ein steilerer Anstieg von 12% zur Jugendherberge. Das war zuviel und so schoben wir die letzten Meter der 114km und kamen damit auf 241hm.

JH Jönköping/Norrahammar


21.07.03 Neunte Etappe Jönköping - Karlsborg

Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir das bisher beste Frühstück auf der Terrasse hinter der Jugendherberge. Mit unseren prall gefüllten Bäuchen schleppten wir uns den Anstieg nach Bankeryd hoch und hofften, dass es nicht den ganzen Tag so weiter ging, schließlich fuhren wir ja am Vättern See entlang. Ab Habo trieb uns der Rückenwind die leichten Berge hinauf, über denen langsam dunkle Wolken aufzogen. Vor Hjo besichtigten wir die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche von Norra Fågelås. Nach 107km und 478hm erreichten wir Karlsborg und überfuhren den Göta Kanal, der den Vättern und den Vänern verbindet. Nachdem wir unsere Köttbülla gegessen hatten, fing es an zu regnen und wir konnten uns die Festung nicht mehr ansehen.

Norra Fagelas


22.07.03 Zehnte Etappe Karlsborg - Örebro

Nachdem es in der Nacht noch geregnet hatte, fing der Tag wieder sonnig an. Die ersten 50km führten wieder entlang des Vättern über diesmal allerdings steilere Hügel. Rechts und links von uns ragten riesige Felsen und Geröllhalden empor. Da der Rückenwind gegen Mittag auffrischte, waren wir wieder flott unterwegs. Bei Askersund verließen wir den Vättern und gelangten über kleine Straßen in eine Ebene, die sich bis Örebro erstreckte. Als wir schließlich nach 110km und 442hm nach Örebro einfuhren, begann es zu gewittern. Leider hörte es auch am Abend nicht mehr auf zu regnen, so dass wir ohne total nass zu werden, nicht mehr in die Stadt gehen konnten.

Schlß Örebro


23.07.03 Elfte Etappe Örebro - Grängesberg

Nach dem guten Frühstück in der Jugendherberge sind wir noch einmal zum Schloss gefahren und haben es fotografiert. Dann machten wir uns auf den Weg nach Norden. Da wir nicht auf der Hauptstraße fahren durften, wollten wir dem zunächst ausgeschilderten Radweg folgen. Doch plötzlich war der Weg nicht mehr ausgeschildert und wir standen auf Schotterwegen. So entschlossen wir uns auf der zweispurigen Straße weiterzufahren. Hinter Lindesberg wollten wir die Hauptstraße umgehen und wichen auf eine kleine Nebenstraße aus, dort zeichneten sich bereits erste Berge ab. Zwischen Gusselby und Strasse hörte schließlich der Asphalt auf und eine bis zu 12% steile Schotterpiste begann. Die letzten 40km führten über leichte Hügel, bevor es zum Schluss noch einmal richtig steil wurde. Nach 109km und schweren 850hm fuhren wir in den Bergwerksort Grängesberg ein.

24.07.03 Zwölfte Etappe Grängesberg - Rättvik

Nach den letzten schweren Kilometern des Vortages erwarteten wir weitere schwere Anstiege für den heutigen Tag. Allerdings ging es die ersten 16km nach Ludvika bergab. Die nächsten 40km führten uns über die Bergslagendiagonalen nach Borlänge. Auf halber Strecke kehrten wir in eine Kaffestuga ein. Auf dieser Straße begegneten uns sehr viele Deutsche mit ihren Wohnmobilen, worunter auch ein Friedberger war. Ab Borlänge fuhren wir durch das Dalälvental zum Siljan See hin. Am letzten Berg machten wir unsere 667hm voll und erreichten nach 126km unseren Ruhetagsort Rättvik. Bevor wir uns den Sonnenuntergang von der Langbryggan ansahen, genossen wir unser mexikanisches Abendessen.

25.07.03 Ruhetag Rättvik

Heute verbrachten wir nach 1385km, was 60km mehr waren, als wir geplant hatten, unseren ersten Ruhetag in Schweden. Auf den zwölf Etappen haben wir insgesamt 5918hm überwunden.

JH Rättvik

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