Tagebuch Nordkap-Tour 2003

1. Woche


12.07.03 Erste Etappe Oppershofen - Korbach

Pünktlich um 9 Uhr versammelten wir uns vor Pfarrer Schelds Haus um von ihm den Reisesegen zu empfangen. Danach sollte unsere Nordkap-Tour beginnen. Der Himmel war bedeckt doch trotzdem hatten wir um die 20°C. Schon in Rockenberg merkten wir, dass uns der Wind stets von vorne entgegenwehen sollte. Kurz hinter Grünberg hielten wir an einer Bushaltestelle und legten die erste richtige Pause für diesen Tag ein. Danach verabschiedeten wir uns von August und Ursel, die uns bis dahin begleitet hatten. Zwischen Haina und Löhlbach nach etwa 90km hatten wir unseren Tiefpunkt erreicht und mussten doch einen Berg mit 12% Steigung überwinden, bei dem uns selbst das Schieben schwerfiel. In Löhlbach sind wir gleich in einen Biergarten eingekehrt und haben uns mit Spezi gestärkt (der Kuchen war für eine Wandergruppe reserviert.) Von dort aus lief es ganz gut durch das Edertal bis nach Korbach. Joachim, der uns noch immer folgte, ging uns am letzten Anstieg vor Korbach fast verloren, da wir, mit dem Etappenziel vor Augen noch einmal kräftig in die Pedale traten. In Korbach aßen wir erst einmal Würstchen und Salat und verabschiedeten uns von Joachim.
Insgesamt legten wir 132km zurück und erkletterten 1008hm.


13.07.03 Zweite Etappe Korbach - Holzminden

Nach den Bergen gestern ging es heute durch die Täler Nordhessens. Kurz hinter Korbach fuhren wir in das Twistetal hinein. Hinter Volkmarsen, um Punkt 12.15 Uhr, verließen wir das erste Mal Hessen. Ab Warburg fuhren wir auf kleinen, abgelegenen Radwegen die Diemel entlang, die schließlich in Bad Karlshafen in die Weser mündete. Doch auch an der Weser ließ der starke Gegenwind nicht nach. Die 118km lange Etappe stellte sich als landschaftlich reizvoll und nicht allzu bergig (500hm) heraus.


14.07.03 Dritte Etappe Holzminden - Uetze

Die ersten 25km führten uns durch das Wesertal in die Münchhausen-Stadt Bodenwerder. Nach einer gemütlichen Fahrt über kleine Ortschaften, auf wenig befahrenen Straßen erklommen wir den 11%tigen Anstieg nach Lauenstein. Es folgten einige Kilometer durch das Leinetal. Von starkem Wind gepeinigt erreichten wir nach 120km und 484hm den Campingplatz am Irenensee bei Uetze. Das Campen erwies sich als sehr anstrengend und nervenaufreibend.

Bodenwerder

15.07.03 Vierte Etappe Uetze - Uelzen

Nach einer unbequemen und lauten Nacht auf den Isomatten in unserem kleinen Zelt folgten wir der B188 bis nach Warmse. Besonders nervig an diesem Tag waren die kleinen Fliegen, die sich zu Hauf auf unseren Trikots versammelten. Auf unsere Freude über die frühe Ankunft folgte eine 5km lange Irrfahrt durch Uelzen, die unseren Tacho zum Schluss 90km anzeigen ließ. Die 150hm sind eigentlich nicht erwähnenswert.


16.07.03 Fünfte Etappe Uelzen - Travemünde

Voll Ehrfurcht starteten wir zur längsten Etappe unserer Tour. Nach einer längeren Suche nach dem Elbeseitenkanal schon in Uelzen, gelangten wir schließlich an den Kanal und fanden den dazugehörigen Radweg, auf dem wir bis Lauenburg fahren konnten. Da der Kanal mehr oder weniger geradeaus ging, hatte man das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Nach 64km erreichten wir Lauenburg an der Elbe und damit Schleswig-Holstein. Nach einem Gang durch die Altstadt kauften wir beim Zweirad-Center Sandmann einen neuen Sattel für Volker. Nach mehreren Kilometern auf dem schlecht ausgeschilderten und wiederum total staubigen Alte-Salzstraße-Radweg, kehrten wir auf die Straße zurück und gönnten uns für die letzten 40km eine Cola. Zum Abschied steckte uns die Linden-Wirtin von Breitenfelde noch zwei Bonbons zu. Auf abgelegenen Straßen erreichten wir nach 135km Lübeck, fotografierten das Holsten-Tor und fuhren mit dem Zug nach Travemünde. Schließlich fanden wir nach 142km und 335hm das Gasthaus Torschänke, das noch ein Zimmer frei hatte.

Lübeck


17.07.03 Fährfahrt von Travemünde nach Trelleborg

Nach einer kurzen Nacht machten wir uns bei bedecktem Himmel auf den Weg zur Fähre. Nach dem Einchecken durften wir an allen Autos vorbei direkt in den Bauch der Fähre fahren und befestigten unsere Fahrräder. In der Panorama Lounge sicherten wir uns gleich Plätze direkt am Fenster, die wir bis kurz vor der Ankunft nur zum einkaufen und Seeluft schnappen verließen. Nach dem Anlegen in Trelleborg öffnete sich direkt neben uns eine Luke und wir durften als erstes die Fähre verlassen. Danach machten wir uns auf zu Dalabadets Camping. Nach dem Abendspaziergang während des Sonnenuntergangs ging es ab ins Bett.


18.07.03 Sechste Etappe Travemünde - Hässleholm

Um halb sechs wurde unser Schlaf von einem Gewitter jäh unterbrochen. Unsere Hoffnung, dass es noch aufhören würde, erfüllte sich nicht und so mussten wir uns und unser Gepäck im Zelt für die Fahrt zurechtmachen. Das Frühstück musste leider auch ausfallen. So radelten wir in strömendem Regen die Ostseeküste entlang. Nach 15km machten wir uns auf ins hügelige Hinterland, wo der Regen langsam nachließ. Nach 50km begann es wieder in Strömen zu regnen - aber das allein reichte nicht - in einer Senke hatten sich ca. 10-15 cm Wasser gesammelt und ein riesiger, entgegenkommender Lkw musste diese Stelle gleichzeitig mit uns passieren. Wer danach nass bis auf die Knochen war ist wohl klar. Irgendwann hörte es dann auf zu regnen, so dass wir mit Rückenwind die letzten Kilometer in Rekordzeit zurücklegten. Nach unserer Ankunft in der Jugendherberge kam dann auch endlich die Sonne zum Vorschein. An diesem Tag radelten wir 125km und 500hm.

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